Fast ein Jahr nach der Abgabe der Diplomarbeit kam mir das Stück gestern doch noch mal unter in meinem digitalen Chaos hier auf dem Rechner. Da ich damals noch keine Bewertung hatte, wollte ich mit der Veröffentlichung noch ein wenig warten, nun doch fast ein Jahr, .
Daher spät aber wenigstens überhaupt hier die Diplomarbeit zum Fachwirt Online-Marketing bei der dda – die dialog akademie.
An die zweite Hälfte des ersten Jahrzehnts des 2 Jahrtausends (ja hat er’s bald) werden wir uns noch voller Sehnsucht erinnern und unseren Kindern und Enkeln hierüber erzählen. Vor dem Kamin (den gibt es auch künftig immer noch) fangen wir dann vielleicht an:
“Damals saß ich auf dem Weg zur Arbeit eine Stunde im ICE. Das war ein damals schnelles Fortbewegungsmittel, das kennt Ihr nicht mehr. Und in diesem Zug der Deutschen Bahn, das war auch mal ein großes Unternehmen, bevor es sich aus lauter Kundenzufriedenheitsstreben selbst aufgelöst hat, ja in diesem Zug also las ich jeden Morgen viele verschiedene Zeitungen und das im Internet mit meinem Laptop. Ja, es gab mehr als drei Zeitungen, meine Lieben. Aber stellt Euch vor. Das Ganze war auch kostenfrei. Man konnte einfach über einen Internet-Browser auf diese Zeitungen zugreifen und diese lesen. Kostenlos. Wow”
Vielleicht werden wir so eine Geschichte erzählen, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall macht der Dino New York Times wieder einmal mit dem PaidContent ernst und will seine Leser für ein Abo-Model begeistern (mehr hierzu).
Seit letzter Woche jedenfalls beschäftigt sich auch das deutsche Kartellamt mit dem Schocker Google vs. Deutsche Verleger. Und da das deutsche Kartellamt immer für eine Überraschung gut ist, könnte sich hieraus auch eine im Bezug auf die Internet- und Online-Wirtschaft für Deutschland möglicherweise eine richtungsweisende Entscheidung ergeben.
Google wird künftig sein Angebot an Services und Produkte in China nicht mehr zensieren oder sonstwie einschränken. Sollte dies aufgrund entgegenstehender Maßnahmen durch die chinesische Regierung nicht geduldet werden, würde Google auch die Konsequenz ziehen und sich vom chinesischen Markt verabschieden.
“We have decided we are no longer willing to continue censoring our results on Google.cn, and so over the next few weeks we will be discussing with the Chinese government the basis on which we could operate an unfiltered search engine within the law, if at all. We recognize that this may well mean having to shut down Google.cn, and potentially our offices in China.”
Nicht schlecht. Hintergrund dieser Entscheidung sind offenbar massive Versuche in der letzten Zeit in Google-Konten von in China aktiven Menschenrechtsaktivisten einzudringen.
Da kann man auf der einen Seite sagen, BigUp an Google für eine solche von sozialer und gesellschafterlicher Verantwortung geprägten Entscheidung, sich von einem nicht gerade uninteressanten Markt möglicherweise zu verabschieden.
Auf der anderen Seite zeigt Google hiermit natürlich auch, dass es neben sich, dem in Deutschland ja gerne reflexartig als mit bösen Absichten handelnden Datenkrake genannten Monopolisten, eigentlich erst anfängt böse zu werden, nämlich bei nicht-demokratischen, man könnte sagen, autoritäre Regierungen. Insofern ist die Entscheidung weiterhin als mutig, für einen Konzern dieser Größe vielleicht sogar als vorbildlich zu nennen und zu begrüßen.
Aber die Abteilungen und Strategen der Image- und Öffentlichkeitsarbeit bei Google haben sich den eigentlichen Lorbeerkranz verdient, das alte Firmenmotto wieder mit Leben zu füllen und dem angekratzten Ruf ein wenig zu glätten. Dabei scheint der für Google ungewohnt niedrige chinesische Marktanteil von 20% sicherlich bei der Entscheidungsfindung zudem geholfen haben.
Microsoft wird es freuen. Diese haben ja erst zum Ende des Jahres den chinesischen Suchmaschinenmarkt die oberste Priorität zuerkannt.
Die Arbeit meiner Kommilitonin Dina Lewicki kann ich hier jedem nur ans Herz legen, der in das Thema “Social Media” als Verantwortlicher im Unternehmen einsteigen will. Nach einer kurzen knackigen Einführung findet der geneigte Leser anhand praxisbezogener Tipps und Hinweise ein spannenden Zugang zum Stoff und ist danach bereit, sich, sein Unternehmen oder sein Projekt für Social Media fit zu machen.
Das ist hauptsächlich auf die derzeitige Nutzung von Twitter zurückzuführen. RWW führt dazu aus:
At first glance, these numbers for Twitter look a bit low, but after looking at how people use Twitter, these numbers do make a lot of sense. According to another recent study from the Conference Board, the top reasons for people to tweet are “connect with friends (42%), update their status (29%) and look for news (26%).” The study also found that two out of three Twitter users use the service to interact with friends.
Aber gerade die Generierung von Traffic für eCommerce-Seiten wird zukünftig der für Twitter entscheidende Nutzen (und das ggf. erhoffte Geschäftsmodell) werden, wenn über die jetzigen von Benutzern erzeugten und abgerufenen Real-Time-News-Möglichkeiten auch vermehrt Real-Time-Recommendations über Artikel, Produkte, Dienstleistungen etc. bei Twitter Einzug finden.
Die schöne Startseite ist auch das einzig nette an dem Ding, so long. Mal sehen, ob die verehrten Damen und Herren noch weiter schrauben. So schaut und fühlt es sich aber nur wie ein MSN Live in neuem Gewand an. Meine Damen und Herren bei MS: Es ging nicht darum, Google zu kopieren, sondern den Menschen hier draußen eine Alternative zu bieten. Alternative bedeutet eine andere Erfahrung, einen anderen Nutzen, eine andere Herangehensweise.
So richtig verstehe ich das Ding aber nicht. Warum soll ich den jetzt installieren oder anschauen (wenn ich ihn noch nicht installiert hätte). Aber gut, spielerischer Zugang zur angesprochenen Zielgruppe wird schon vernünftig sein, dachte sich jemand.