19. Januar 2010 - View Comments
An die zweite Hälfte des ersten Jahrzehnts des 2 Jahrtausends (ja hat er’s bald) werden wir uns noch voller Sehnsucht erinnern und unseren Kindern und Enkeln hierüber erzählen. Vor dem Kamin (den gibt es auch künftig immer noch) fangen wir dann vielleicht an:
“Damals saß ich auf dem Weg zur Arbeit eine Stunde im ICE. Das war ein damals schnelles Fortbewegungsmittel, das kennt Ihr nicht mehr. Und in diesem Zug der Deutschen Bahn, das war auch mal ein großes Unternehmen, bevor es sich aus lauter Kundenzufriedenheitsstreben selbst aufgelöst hat, ja in diesem Zug also las ich jeden Morgen viele verschiedene Zeitungen und das im Internet mit meinem Laptop. Ja, es gab mehr als drei Zeitungen, meine Lieben. Aber stellt Euch vor. Das Ganze war auch kostenfrei. Man konnte einfach über einen Internet-Browser auf diese Zeitungen zugreifen und diese lesen. Kostenlos. Wow”
Vielleicht werden wir so eine Geschichte erzählen, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall macht der Dino New York Times wieder einmal mit dem PaidContent ernst und will seine Leser für ein Abo-Model begeistern (mehr hierzu).
Seit letzter Woche jedenfalls beschäftigt sich auch das deutsche Kartellamt mit dem Schocker Google vs. Deutsche Verleger. Und da das deutsche Kartellamt immer für eine Überraschung gut ist, könnte sich hieraus auch eine im Bezug auf die Internet- und Online-Wirtschaft für Deutschland möglicherweise eine richtungsweisende Entscheidung ergeben.
Wo steht das digitale Deutschland 2010?
9. August 2009 - View Comments
The master in the art of living makes little distinction between his work and his play, his labor and his leisure, his mind and his body, his education and his recreation, his love and his religion. He hardly knows which is which. He simply pursues his vision of excellence in whatever he does, leaving others to decide where he is working or playing. To him, he is always doing both.
Vom netten Herrn aus Fernost: Lao-Tse.
20. April 2009 - View Comments
Sehr gutes Interview mit unserer Frankfurter Philosophin Rahel Jaeggi im Spiegel:
Entfremdung vom Ich – Ferngesteuert durchs eigene Leben
Auszüge:

Dr. Rahel Jaeggi, Uni-Frankfurt
“All diese Ratgeber psychologisieren und individualisieren. Sie verkennen, dass Gesellschaften bestimmte Bedingungen erfüllen müssen, damit den Individuen ihr Leben gelingen kann, dass es also überindividuelle Bedingungen für das Gelingen des Lebens gibt. Immerhin erkennt derzeit die politische Philosophie und die Sozialwissenschaft, dass sie hier ein Defizit hat.”
“Aber die Dinge haben eine Eigendynamik gewonnen, eines kommt zum anderen, und so schlittert er in diese neue Lebenssituation, die zugleich eigentümlich erstarrt ist: Ohne drastische Maßnahmen kommt er da nicht mehr raus. Nicht er lebt sein Leben, sondern das Leben lebt ihn. Für die Analyse solcher Erfahrungen eignet sich der Entfremdungsbegriff.”
15. April 2009 - View Comments
Wer weiß. Wer weiß schon, was morgen jemand von gestern gedacht hat? Niemand. Und dieser Niemand weiß sogar noch mehr. Er ist sozusagen die “Sie” unter den Wissenden.
Nicht, dass es verboten wäre, nein. Es mag nur keiner. Diese Transparenz, diese Verantwortung des Wissens. Unbegreifliche Last des Seins könnte man meinen. Doch wie immer wissen wir nichts. Nichts zu wissen, ist jedoch bedeutend mehr, als Nichts über das Nichts zu wissen.
Wer kann schon von sich behaupten, etwas über das Nichts zu wissen. “Ich weiß nichts”. Glücklicher, der das sagt.