Living „Don’t be evil“

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Google wird künftig sein Angebot an Services und Produkte in China nicht mehr zensieren oder sonstwie einschränken. Sollte dies aufgrund entgegenstehender Maßnahmen durch die chinesische Regierung nicht geduldet werden, würde Google auch die Konsequenz ziehen und sich vom chinesischen Markt verabschieden.

Hierzu Google im Firmenblog:

„We have decided we are no longer willing to continue censoring our results on Google.cn, and so over the next few weeks we will be discussing with the Chinese government the basis on which we could operate an unfiltered search engine within the law, if at all. We recognize that this may well mean having to shut down Google.cn, and potentially our offices in China.“

Nicht schlecht. Hintergrund dieser Entscheidung sind offenbar massive Versuche in der letzten Zeit in Google-Konten von in China aktiven Menschenrechtsaktivisten einzudringen.

Da kann man auf der einen Seite sagen, BigUp an Google für eine solche von sozialer und gesellschafterlicher Verantwortung geprägten Entscheidung, sich von einem nicht gerade uninteressanten Markt möglicherweise zu verabschieden.

Auf der anderen Seite zeigt Google hiermit natürlich auch, dass es neben sich, dem in Deutschland ja gerne reflexartig als mit bösen Absichten handelnden Datenkrake genannten Monopolisten, eigentlich erst anfängt böse zu werden, nämlich bei nicht-demokratischen, man könnte sagen, autoritäre Regierungen. Insofern ist die Entscheidung weiterhin als mutig, für einen Konzern dieser Größe vielleicht sogar als vorbildlich zu nennen und zu begrüßen.

Aber  die Abteilungen und Strategen der Image- und Öffentlichkeitsarbeit bei Google haben sich den eigentlichen Lorbeerkranz verdient, das alte Firmenmotto wieder mit Leben zu füllen und dem angekratzten Ruf ein wenig zu glätten. Dabei scheint der für Google ungewohnt niedrige chinesische Marktanteil von 20%  sicherlich bei der Entscheidungsfindung zudem geholfen haben.

Microsoft wird es freuen. Diese haben ja erst zum Ende des Jahres den chinesischen Suchmaschinenmarkt die oberste Priorität zuerkannt.

Bild: Danny Sullivan @flickr
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