Die digitalen Hausbesetzer. Der eigentliche Fortschritt durch die Wikileaks-Diskussion

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Bei der Lektüre eines Kommentars von Andrian Kreye Artikel in der sueddeutschen (Link zum Artikel), in dem er sich sich in der Beschreibung der “Hacker”-Szene versucht, entstand vor meinem geistigen Auge ein amüsantes Bild. Die zumindest in den Medien als jugendliche Hacker wahrgenommene Bewegung, die im Zuge der Wikileaks-Vergeltungsfeldzüge verschiedene Unternehmen ob ihrer moralischen Verfehlungen mit DoS-Angriffen bestraften, könnte künftig in einer Reihe mit den Studentenbewegungen der 60er, der Hippie-Bewegung der 70er oder den Startbahnwest- und Atomkraftgegner der 80er genannt werden.

Der Kampf gegen das Establishment als Ziel. Allerdings nach den, wie von Kreye nett formuliert nach eigenen digitalen Naturgesetzen. Das sieht also ein wenig anders aus als früher. Zurück zum Bild:

Keine Straßenkämpfe mehr, keine Massendemos, keine Wasserwerfer. Der Aufrührer im Jahr 2010 sitzt in seiner Bude vor einem Rechner drei Monitoren (oder einem 27 Zoll Schirm) und agiert an mehreren Fronten:

  • Propaganda über SocialNetworks, Foren, ICQ etc. auf der einen Seite
  • Die eigentlichen Angriffe auf dem anderen Schirm
  • Und vielleicht auf dem verbleibenden Schirm ein kleiner Raid mit der Gilde im WoW.

Jeder kann sich, ohne seine 20 Grad warme Bude zu verlassen und den Schlafanzug auszuziehen, am digitalen Widerstand beteiligten und währenddessen noch Pizza essen.

Wenn das mal nicht der eigentliche Fortschritt ist.

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